Dienstag, 8. Dezember 2015

ein sonniger letzter Tag

Heute haben wir unseren letzten Tag auf Zypern verbracht und wir haben uns dafür entschieden, einen richtigen Urlaubstag draus zu machen. Kurz vor 10 haben wir unser kleines Hotel in Kalavasos verlassen und sind mit dem Auto an den Strand nach Ayia Napa.
Dort angekommen haben wir uns in dem verlassenen Urlaubsort zwei Sonnenliegen gesucht und bei ca. 23°C Grad Lufttemperatur dann ganz entspannt die Nase in die Sonne gestreckt. Einige Unerschrockene waren sogar schwimmen, da es in Sonne richtig heiß war.
ein paar chillige Stunden am Strand verbracht
Unser Fazit:
  1. links Autofahren ist gar nicht schwierig
  2. es gibt hier sehr viele Glückskatzen
  3. Zypern im gesamten ist sehr schön
  4. aber jede Stadt für sich betrachtet, ist nicht wirklich aufregend
  5. im Dezember kann man durchaus hier auch noch einen Badeurlaub machen
Antío Kýpros

Montag, 7. Dezember 2015

von Klöstern und keinen Eseln

Unser heutiger Tag startete wieder mit einer langen Autofahrt. Knapp 2 Stunden fuhren wir die gefühlten 2 Millionen Kurven bis Kykkos. Dort steht das größte, reichste und eindrucksvollste aller Klöster Zyperns, das inmitten herrlicher Berge und Wälder weit weg von menschlichen Behausungen erbaut wurde. Sein kostbarster Schatz ist die Ikone der Gnadenreichen Jungfrau, die der Evangelist Lukas eigenhändig gemalt haben soll und die die Macht besitzt, Regen herbeizuholen.
Innenhof des Klosters Kykkos
die Klosterkirche
Von dort sind wir wieder 1,2 Millionen Kurven zurück Richtung Lemesos gefahren und haben im Dorf Pedoulas einen kurzen Stop bei der Scheunendachkirche Archangelos Michail eingelegt. Wegen ihrer großartigen Fresken im Inneren gehört sie als eine von zehn Bergkirchen dem Welterbe der UNESCO an. Leider war die Kirche verschlossen und wir konnten diese Fresken daher nicht bewundern.
Scheunendachkirche Archangelos Michail
Bis dahin war unser Tag genau so wie geplant, aber dann ging es los mit den Enttäuschungen.
Geplant war ein Besuch im Eselasyl in Vouni. Gestern Abend hat Dagi noch die genaue Adresse recherchiert und einige Besucherberichte gelesen. Auch in unserem 2015 erstellten Reiseführer steht das Eselasyl als Hauptattraktion wunderbar beschrieben. Nach 30 minütiger Suche in und rund um Vouni (Vouni ist ein Winzigdorf im Troodos-Gebirge) haben wir dann den Abbieger zum Eselasyl gefunden und sind freudestrahlend den Feldweg entlang gefahren. Unsere Freude wurde jäh getrübt, als wir das Eselasyl dann erblickt haben. Die gesamte Anlage ist leer und verwüstet und die Natur holt sich bereits die Fläche wieder zurück - alles ist zugewuchert und teilweise nicht mehr begehbar.
Von Eseln ist nichts zu sehen und es ist auch nicht erkennbar, wo die Eseln hin übersiedelt wurden!
Warum im Internet immer noch um Spenden gebeten wird und auch die Anlage in Google Maps noch vorhanden ist, konnten wir bis jetzt nicht herausfinden.

leerstehendes und verwüstetes Eselasyl
Ziemlich angefressen sind wir dann also weiter nach Lemesos. Dort wollten wir dann die Burg, die wir am Samstag nur bei Nacht bewundern durften, bei Tageslicht besichtigen. Aber auch das war uns nicht vergönnt, da wir erst um 16:45 bei der Kassa gestanden sind und die Burg nur bis 17:00 Uhr geöffnet hat. Warum man unser Eintrittsgeld für die Besichtigung einer sehr kleinen Burg nicht mehr wollte, kann wahrscheinlich nur der reiche Staat Zypern beantworten.
Des Ärgers nicht genug, hatte dann auch noch der leckere Grieche neben der Burg heute geschlossen!

Somit sind wir zurück nach Kalavasos und sind dort in die kleine Retro Tavern gleich neben unserem Hotel gegangen und da hat uns die Glückssträhne wiedergefunden.
In der Taverne wurden wir vom Hausherrn persönlich freundlichst begrüßt und es wurden uns, obwohl wir heute die einzigen Gäste waren,  alle Essenwünsche erfüllt. Er hat also quasi nur für uns den Herd angefeuert :-)
Calamari und Muscheln *yammi*
So haben wir also unseren letzten Abend auf Zypern ganz gemütlich ausklingen lassen und freuen uns noch auf einen letzten halben Tag auf der Insel.

Kali nichta!

Sonntag, 6. Dezember 2015

Lefkosia alias Nicosia

Ab in die kleine Hauptstadt - war das Motto des heutigen Tages. Mit unserem Flitzer sind wir über die Autobahn bis nach Nicosia geflitzt und haben gleich außerhalb der Altstadt einen 3€ Tagesparkplatz gefunden. Zu Fuß sind wir dann in den griechischen Teil der Altstadt marschiert und haben dort bei einem kurzen Vormittags-Cola entschieden, dass wir unsere Besichtigung im türkischen Teil der Altstadt beginnen wollen.
Grenzübergang mitten in Nicosia
Im türkischen Teil der Stadt haben wir dann einen Rundgang gemacht und das Büyük Han, eine frühere Karawanserei, die zu einem riesigen Gasthof umfunktioniert wurde, und die Selimiye Moschee (ehemalige Sophienkathedrale) besichtig. Die Sophienkathedrale wurde zwischen 1208 und 1326 unter den Lesignan-Königen errichtet und ist das älteste und schönste Beispiel gotischer Architektur auf Zypern.
in der Semiliye-Moschee
Danach sind wir noch durch die Straßen spaziert und haben uns dort ein türkisches Mittagessen gegönnt. Dabei haben wir ein außergewöhnliches Restaurant mit einem sehenswerten Sonnenschutz entdeckt.
Regenschirme als Sonnenschutz
Wieder zurück im griechischen Teil der Altstadt sind wir dann in der deutlich aufgeweckteren Fußgängerzone herumgeschlendert und haben auch den ein oder anderen Shop nach Schnäppchen abgeklappert - leider erfolglos :-(
Wobei wir allerdings deutlich erfolgreicher waren als beim Shoppen, war die Suche nach einer leckeren Sonntagsnachspeise: Waffeln und Palatschinken mit Eis *schmatz*
leckere Nachspeise - im Winter Eis, das ist heiß
Nach diesem Zuckerschock sind wir dann voller Energie noch eine Runde an der alten Stadtmauer entlang bis zum Famagusta Tor - eines der 3 Stadttore -  spaziert.
Etwas enttäuscht von den wenigen Sehenswürdigkeiten in der Stadt sind wir dann weiter gefahren nach Larnaka.
In Larnaka haben wir trotz Finsternis noch das Fort und die Kirche Agios Lazaros besichtigt.
Kirche Agios Lazaros
Danach haben wir auch wieder ein nettes Restaurant entdeckt und dort das Abendessen mit einem anschließenden 2stündigem Plauscherl genossen.
Wieder im Hotel angekommen, gab es heute doch tatsächlich eine warme Dusche - von heiß noch weit entfernt - aber der Mensch freut sich :-)
 
Morgen geht's rauf ins Troodos Gebirge zum Kykkos Kloster und in ein Eselasyl!

Samstag, 5. Dezember 2015

der Westen und Süden

Den heutigen Tag haben wir mit einer langen Autofahrt nach Pafos begonnen. Dort haben wir als erstes das Kloster Agios Neofytos aus dem 12.Jhdt. besichtigt. Der Mönch Neofytos ist einer der Hauptheiligen der zypriotischen Kirche. Der Legende nach grub der spätere Heilige mit bloßen Händen drei Zellen in die Steile Felswand.
Kloster Neofytos
Von dort war es nur eine kurze Fahrt bis in das Zentrum von Pafos. Dort haben wir als erstes am Hafen in einem Kaffeehaus eine kurze Pause eingelegt und einen gemeinsamen Snack gegessen. In der Sonne konnten wir ganz entspannt mit kurzen T-Shirts sitzen und wir haben sogar ein paar Wahnsinnige beim Baden beobachten können.
Sonnenschein und Meer ... einfach perfekt
In Pafos haben wir noch die Agora Markthalle besucht. Die prächtige Markthalle ist aus dem 20.Jhdt. und man findet darin einen Souvenirstand neben dem anderen. Und wir Mädels haben natürlich nicht widerstehen können und ein bisschen was eingekauft :-)
die Markthalle kurz vorm Schließen
Vom Markt ging es direkt zum Fels der Aphrodite. Nach der griechischen Mythologie entstieg hier Aphrodite, die Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit , dem Meer. Auf einer von Delphinen gezogenen Muschel gelangte sie ans Ufer und ruhte sich im Nahen Palaipafos aus, wo ihr ein Tempel errichtet wurde. Nach einer örtlichen Legende soll man, wenn man bei Vollmond um den Felsen schwimmt, mit jeder Runde ein Jahr jünger werden. Leider ist heute kein Vollmond, weil sonst würden wir um Jahrzehnte jünger nachhause kommen :-)
der Aphrodite Felsen
Und weil wir noch etwas Lust auf altes Gestein hatten, sind wir dann an der Küstenstraße weiter Richtung Süden gefahren bis nach Kolossi. Die am besten erhaltene mittelalterliche Burg Zyperns steht südlich des Dorfes Kolossi. Im Jahr 1210 kam das Land an die Ritter des Johanniterordens, die hier als Hauptquartier des Großmeisters eine Burg errichteten. Um 1400 wurde sie mehrmals von Genuesern und Muslimen geplündert. Ihre heutige Gestalt erhielt die Burg 1454 durch den Großmeister Louis de Magnac. Sie ist ein dreigeschossiger Bau auf quadratischem Grundriss, 23 Meter hoch, mit über 2,5 Meter dicken Mauern.
Burg von Kolossi
Ein paar Kilometer weiter gefahren und schon sind wir am südlichsten Punkt von Zypern in Akrotiri angekommen. Dort sind wir dann aber auch gleich wieder abgebogen, um an den menschenleeren und weiten Strand namens Lady's Mile zu gelangen. Benannt ist dieser Strand nach der Stute eines englischen Offiziers, mit der er hier seinen regelmäßigen Morgenausritt unternommen hat.
Dagi beim Rumspringen am Lady's Mile
Mit hungrigen Bäuchen sind wir dann, wie gestern auch schon, nach Limassol gefahren. Heute allerdings bis in die Fußgängerzone rund um die Burg von Limassol. Dort sind wir dann in ein Restaurant eingefallen, wo lauter Zyprioten saßen und das war eine sehr gute Entscheidung von uns. Wir haben typisch zypriotisch=griechisch gegessen und von Souvlaki über Saganaki feta bis hin zu Tzatziki und Pita nichts ausgelassen *schmatz*

Mit vollen Bäuchen sind wir dann nur noch eine kleine Runde bis zum Auto sparziert und danach direkt ab in unser Hotel.
Da wir gestern ja nur kaltes Wasser hatten, haben wir heute mal nachgefragt, wie groß die Chance für eine heiße Dusche ist, aber wir wurden auch heute wieder enttäuscht. Im gesamten Hotel gibt es kein warmes Wasser, da es einen Defekt gibt, der erst morgen behoben werden wird. Heute soll das Wasser allerdings nicht mehr kalt, sondern lau sein .... welch Steigerung :-(

Also let's get a cold shower and steiger your Immunsystem!

Freitag, 4. Dezember 2015

Holpriger Start auf Zypern

Endlich wieder mal ein paar Tage Urlaub und schon sitzen Dagi und ich wieder im Flieger und diesmal ging es nach Zypern. Der Flug nach Larnaka ist pünktlich gestartet und abgesehen davon, dass das einzige Baby an Board genau neben uns Kleinkindverweigerern gesessen ist, war auch alles wunderbar.
pünktlich abgehoben
In Larnaka angekommen, haben wir dann erfolglos unseren Mietwagenverleih gesucht. Laut Buchungsbestätigung von Expedia sollte der Schalter am Flughafen sein, aber das war leider in Realität dann doch nicht so. Nach einer halben Stunde Rumgelaufe und Rumfragerei haben wir dann bei der Flughafeninfo nachgefragt und die nette Dame hat uns dann den Verantwortlichen ausgerufen. Der Herr hat uns dann in ein kleines Auto verfrachtet und ist mit uns 3 km bis zum "Schalter" in einem heruntergekommenen Geschäftsgebäude gefahren. Dort gab es dann noch eine kurze und hitzige Diskussion wegen dem Voucher, aber nach 45 Minuten haben wir dann unseren kleinen Superflitzer übernehmen können. Dank dem Linksverkehr hier auf Zypern sind wir dann doch recht froh, dass unser kleiner Mitsubishi Colt ein Automatikgetriebe hat.
ein Colt für linke Fälle
Mit dem Linksfahren kommen wir bis auf kleine Nachdenkphasen bis jetzt ganz gut zurecht, allerdings kämpfen wir dann doch recht häufig mit Blinker und Scheibenwischerhebel: mit dem rechten Hebel zu Blinken ist irgendwie völlig unlogisch für uns. Also Achtung an alle Zyprioten: wenn wir Abbiegen wollen, dann erkennt man das am panisch wischenden Scheibenwischer!!!

Unser Hotel in Kalavassos haben wir durch instinktives Richtigabbiegen auf Anhieb gefunden. Wir sind ganz begeistert von dem schnuckeligen Libraryhotel und unserem Constantine Kavafis Room. Geführt wird das Hotel als Familienbetrieb und die Hausherrin und Mutter ist Deutsche und daher sprechen auch die beiden Töchter (die den Laden schupfen) fließend Deutsch :-)
Also für alle, die es gerne unkompliziert haben und im Englischen nicht versiert sind, hier ist man als deutschsprachiger Tourist perfekt aufgehoben :-)

Zum Abendessen sind wir dann mit dem Colt nach Limassol geflitzt und haben uns mit einer großartigen zypriotischen Pizza verwöhnt. Neben dem Essen haben wir auch die Reiseroute für den morgigen Tag festgelegt.

Also "kali nichta" und morgen geht's dann los mit Inselerforschen